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TK Pressefoto

Lucy* ist knapp 7 Jahre alt. Sie kam mit 1.460 Gramm als Frühchen in der 31. Schwangerschaftswoche zur Welt und mit einem komplexen Herzfehler (hypoplastisches Linksherzsyndrom HLHS/ “halbes Herz“). Ihre ersten 6 Lebensmonate hat sie nur im Krankenhaus erlebt: mehrere Operationen, einige Herzkatheter, Reanimation und andere Eingriffe. Nun stand ein weiterer Herzkatheter (HK) bevor: Aufregung und Sorgen genug. In der Klinik hieß es, da Lucy zu dem Zeitpunkt über 7 Jahre wäre, sei sie alt genug, um alleine auf Station zu bleiben.

Die Mutter wandte sich an uns:

“Für Lucy und mich unvorstellbar. Gerade nach HK, wo die Kinder lange liegen bleiben müssen. Ich weiß, dass Lucy nachts 100% aufstehen würde. Die Schwestern würden das nicht merken. Gibt es wirklich keine Möglichkeit, dass die Mutter bei Ihrem Kind schlafen kann? Ich möchte kein Essen und keinen Komfort, einfach nur eine alte Klappliege. Können Sie mir weiterhelfen?“

Nach einigen Telefonaten mit dem Sozialdienst der Klinik konnte Lucys Mama bei ihrer Tochter übernachten. Sie schrieb uns anschließend:

„Ich möchte mich nochmal ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich um meine Mitaufnahme gekümmert haben. Es hat alles geklappt, die A1-Bescheinigung habe ich bekommen. Allerdings nur, weil meine Tochter sehr große Angst hatte, sich mit Händen und Füßen gewehrt und alles zusammen gebrüllt hat…
Ich finde das sehr schade. Kinder die dort aufgenommen werden, sind oft schon traumatisiert. Für uns war es bereits der 6. Herzkatheter. Klar kennt meine Tochter den Ablauf, aber ohne mich hätte nichts geklappt. Gerade nach so einem Eingriff, wo die Kinder 24 Stunden ruhig liegen bleiben müssen. Wer kontrolliert das nachts? Keiner! Die Schwestern haben keine Zeit dafür. Ich meine das nicht böse: wenig Personal und viel zu tun. Ich bin selbst Kinderkrankenschwester. Ich weiß, dass wir bei so einem Eingriff dankbar über jede Mutter wären. Ein Mädchen lag mit uns im Zimmer. Sie war alleine – gerade 8 Jahre geworden. Der Mutter wurde gesagt, mit 8 kann keiner dabei bleiben. Spät abends fing sie an zu weinen. Die Schwestern haben das nicht gemerkt. Ich habe ihr etwas vorgelesen, mit ihr geredet. Sie schlief ein. Von den Schwestern hat doch keiner Zeit dafür. Mir tat dieses Mädchen sehr leid. Meine Tochter hätte sich nachts alles abgerissen und wäre aufgestanden. Ich möchte mich ganz herzlich bedanken, dass Sie sich so schnell und kompetent gekümmert haben.“

 

*Name geändert