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Prof. Brigitte Stiller

Prof. Brigitte Stiller

Präsidentin der DGPK; Universitätsklinik Freiburg

Alkohol und Drogen sind nicht nur ein Sorgenthema für Eltern gesunder Kinder. Welchen Einfluss hat Alkohol auf die Gesundheit herzkranker Kinder und Jugendlicher?

„Alkohol verursacht vielfältige Probleme! Bei herzkranken Kindern und Jugendlichen stehen zwei zusätzliche Gefahren im Vordergrund:

  • Alkohol verursacht akute Herzrhythmusstörungen im Sinne von Herzstolpern und Herzrasen.
  • Chronischer Alkoholkonsum verursacht schwere Herzmuskelschwäche. Die Herzzellen werden geschädigt und abgebaut, es kommt zu einer sogenannten Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung).

Das kann mit der Zeit tödlich sein.“

Den Konsum von Drogen mag man sich im Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung gar nicht vorstellen. Welche Risiken gehen Jugendliche beim Konsum von Drogen ein, die mit einem Herzfehler durchs Leben gehen?

„Partydrogen wie Amphetamine, Ecstasy etc. können schwere Herzschäden auslösen: Atemnot, Schwellung der Beine und Wassereinlagerung sind Symptome. Schon die einmalige Einnahme kann tödlich enden.“

Warum ist es bei bestimmten angeborenen Herzfehlern (AHF) besonders wichtig, ausgesprochen vorsichtig mit Drogen umzugehen? Wer sollte ganz die Finger davon lassen und warum?

„Die chemischen Substanzen der Modedrogen, die auf Partys angeboten werden, ändern sich fortlaufend. Das ist kriminell, überhaupt nicht berechenbar und kann zu plötzlichem Herztod führen!“

Was raten Sie Teenagern mit AHF, die einfach auch einmal jung sein und sich ausprobieren möchten?

„Wenn es denn unbedingt sein muss,… dann unter möglichst kontrollierten Bedingungen, also im Familien- oder guten Freundeskreis ein Glas Bier, Sekt oder Wein. Allerdings nicht an Orten, wo möglicherweise andere Alkoholika oder Drogen in die Getränke gemischt werden können.“