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Der Bundestag debattierte am 11.04.2019 über den „nicht invasiven Pränatal-Test“ -kurz NIPT, mit dem anhand eines Tropfens mütterlichen Blutes untersucht wird, ob das ungeborene Kind eine Trisomie 13,18 oder 21 (auch Down-Syndrom genannt) hat. Neben dem NIPT soll laut www.tagesschau.de demnächst ein weiterer Test auf den Markt kommen, der nicht Chromosomen, sondern die Anlagen für „monogene Erkrankungen“ – sprich seltene Erbkrankheiten – identifiziert, wie etwa vererbbare Herzfehler.

Ein Segen?

Kinder mit Trisomie 21 haben nicht selten Herzfehler. Wenn dieser vorgeburtlich bereits diagnostiziert wurde, kann die Entbindung und die meist kurz danach notwendige OP am offenen Herzen in einer Spezialklinik optimal geplant werden.

Ein Fluch?

In weiten Teilen Skandinaviens wird der Test bereits kostenlos angeboten und die Geburtenzahl der Kinder mit Down-Syndrom ist dramatisch zurückgegangen. Kritiker sprechen von „Auslese“ und einem Dammbruch. Denn wenn demnächst auch weitere „monogene Erkrankungen“ wie z.B. Herzfehler einfach und niedrigschwellig diagnostiziert werden können, müssen sich werdende Eltern noch viel mehr als bisher vor der Diagnostik überlegen, ob sie sich bei einem „auffälligen Befund“ für oder gegen die Fortsetzung der Schwangerschaft entscheiden würden.

Dazu braucht es neben der medizinisch-ethischen Beratung unbedingt den Kontakt zur Selbsthilfe. Denn niemand weiß besser, wie lebenswert das Leben mit einem herzkranken Kind bzw. mit Down-Syndrom ist, als betroffene Familien.