Seite auswählen

Ein 15-jähriges Mädchen wird vom Zug überrollt. Ihre Eltern wollten auf ihr Facebook-Konto zugreifen, um die Umstände klären zu können. Weil Facebook den Zugang verweigerte, hat jetzt der Bundesgerichtshof entschieden (Az. III ZR 183/17): Facebook muss den Eltern als Erben Zugang zu dem seit fünfeinhalb Jahren gesperrten Nutzerkonto der Tochter gewähren. Auch Briefe und Tagebücher gingen an die Erben über. Es bestehe kein Grund, digitale Inhalte anders zu behandeln.

 

Fotolia/Andrey Popov

 

Wenn Ihr herzkrankes Kind über 18 Jahre alt ist, sollten Sie gemeinsam überlegen, wer seine Rechtsgeschäfte übernehmen soll, wenn es selbst nicht mehr in der Lage ist, über seine Angelegenheiten zu entscheiden bzw. diese ganz oder teilweise nicht selbst regeln zu können und deshalb Hilfe angewiesen ist. Das ist der Fall, wenn es z.B. nach einem Unfall im Koma liegen oder nach einer Hirnblutung nicht mehr im Besitz seiner geistigen Fähigkeiten sein sollte. Mit einer Vorsorgevollmacht kann Ihr volljähriges Kind einer anderen Person, z.B. Vater oder Mutter, aber auch einem Freund oder einem Geschwister das Recht einräumen, in seinem Namen stellvertretend und in seinem Sinne zu handeln. So kann die Bestellung eines Betreuers oder einer Betreuerin durch das Betreuungsgericht vermieden werden.

Der / die Beauftragte kann mit Hilfe der Handlungsvollmacht unkompliziert und schnell anstehende Rechtsgeschäfte regeln, z.B. Angelegenheiten mit der Krankenversicherung bei ärztlichen Eingriffen, Unterbringung bzw. Wohnungsauflösung, Bankgeschäfte u.v.m.

Das umfasst auch den digitalen Nachlass, der vor allem bei jungen Menschen zunehmend an Bedeutung gewinnt:

  • Daten auf dem Rechner, dem Smartphone, im www oder auf Clouds
  • Internet-Provider-Verträge, Mails-und Email-Accounts
  • Eigene Webseiten und Domains, Apps, Widgets
  • soziale Netzwerke, Partnerbörsen, Benutzerprofile im Internet
  • Paypal, Online-Banking, Online-Abonnements, Online-Depots, Online-Rechnungen, Kryptowährungen wie Bitcoins u.v.m.
  • Onlinebestellungen bzw. –vertragsbeziehungen

Dafür sind Passwörter und Zugangsdaten/-berechtigungen notwendig. Der Beauftragte muss sich dann z.B. mit einem Erbschein oder einem öffentlichen Testament legitimieren können. Der Beauftragte wird sich u.U. damit beschäftigen müssen, wie beispielsweise Daten aus Blogs, aus Facebook u.a. gelöscht werden können.

Wir sind Kooperationsmitglied der DIGEV (Deutsche Interessengemeinschaft für Erbrecht und Vorsorge e.V.). Wir vermitteln Ihnen gerne ein kostenfreies unabhängiges erstes Beratungsgespräch bei einem / einer auf Erbrecht spezialisierte/n Jurist/in in Ihrer Nähe.

Rufen Sie uns an, wenn Sie von uns einen Beratungsschein wünschen:  Telefon 0241-912332