Nach Hitze folgt Temperatursturz und Regen

Nach der Wetterprognose sollte es nach dem gestrigen heißen Tag heute regnen. Heute Morgen sah es in Gürzenich (Düren) erstmal noch gar nicht danach aus. Jedenfalls packten wir die Rucksäcke so, dass die Regenjacke griffbereit oben lag. Dann war es eher schwül und dämpfig, obwohl wir in kurzarm gingen. Durch Düren zog es sich an dem morgendlichen Stau entlang. Die neugierigen Blicke der Autofahrer waren wir ja gewohnt. Dann ging es auf’s freie Feld und ein leichter Wind kam auf. Hinter uns brauten sich dunkle Wolken zusammen, aber unsere belgischen Freunde sagten „nach vorne schauen, nicht nach hinten“. Unsere erste Pause machten wir auf einer Bank neben einem Strickwarenladen. Da war ein eingestrickter Stuhl zu sehen, sowie ein bestricktes Fahrrad und sogar das Straßenschild (Stange) war bestrickt. Bis 11:30 Uhr klappte es ganz gut mit unserer Taktik, nicht zurückzuschauen. Einzelne Regentropfen waren ja auch kein Problem. Nach der Mittagspause hatten wir gerade unsere Rucksäcke wieder aufgesetzt, als ein Regenguss runter kam, den wir gerade noch unter einer großen Kastanie mit unseren kurzen Hemden abwarteten. Die anderen drei zogen ihre Regenjacken bzw. Poncho an, ich dachte, dass der Regen nur kurz anhalten würde. Aber dann musste ich doch einsehen, dass es nicht so bald aufhören würde, um weiter im kurzen Hemd zu gehen. Es regnete sich ein, über zwei Stunden lang. Nicht stark, aber eben dauerhaft. An eine Pause dachten wir erstmal nicht mehr. Kurz vor Kerpen kamen wir an einem Wasserschloss vorbei, wo eine Gänsefamilie ihre Jungen über die Wiese führte und uns wachsam im Auge behielt. Dann fanden wir sogar noch zwei Verkürzungen (das andere Wort ist ja ein Unwort), wobei wir bei der Einen zwei Böschungen nehmen mussten. Dafür kamen wir an einem großen Erdbeerfeld vorbei und mussten kurz testen, ob die Erdbeeren schon Geschmack hatten, sie hatten :-).
In Kerpen gingen wir dann erstmal an unserer Unterkunft vorbei, weil wir das kleine Schild übersahen. Aber mein Navi merkte es. Im Zimmer duschten zuerst Jean und Malou, weil die Beiden nach dem geplanten Essen wieder nach Hause (Belgien) fahren wollten. Frisch geduscht machten wir uns auf den Weg eine geöffnete Gaststätte zu finden und das um 16 Uhr. Es war eine etwas längere Suche, weil die meisten erst ab 17:30 oder später geöffnet hatten. Zu guter Letzt wurden wir in einem mexikanischen Lokal fündig und aßen sehr gut zu Abend. Auf dem Rückweg fragte ich gleich noch den Barbier, wie lange er geöffnet hatte. Und jetzt ist der verwilderte Bart gestutzt.

Tagesbericht von Reiner Gauß