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Finale „Freudentränen“ bei letzter Etappe nach Kiel

Nachdem es die ganze Nacht geregnet, ja geschüttet hatte, hörte es heute Morgen – nicht auf und regnete den ganzen Tag weiter. Zum Glück sind wir gut ausgerüstet, auch für Regen. Helmut wollte heute nicht mitwandern sondern sein Auto gleich nach Kiel zur JuHe bringen. Der Weg war wunderschön, sogar (oder gerade weil) bei Regen. Es ging wieder durch den Wald entlang dem Flüsschen Schwentine. Der Weg war fest, teilweise aber auch rutschig und oft von Pfützen bedeckt. Durch den langen Regen hielten die Bäume auch keinen Regen mehr ab. Zum Pause machen war es natürlich nix bei dem Wetter, also gingen wir einfach weiter. Aber dann tauchte gegen 10:15 Uhr ein Schild mit dem Hinweis „Hofladen“ auf. Brigitte war gleich interessiert, weil es Obst zu kaufen gab.
Wir also hin zu Hofladen, aber er öffnete laut Schild erst um 11Uhr. Zum Glück sah uns die junge Frau des Hofes und ihr konnten schon rein um uns einige Äpfel zu kaufen. Als das Telefon klingelte ging die junge Frau dran. Es war ihre Tante und sie erzählte ihrer Tante, dass da einige Wandersleute da seien, die seit zwölf Wochen durch Deutschland wandern. Da bekam sie von ihrer Tante zur Antwort, dass sie uns zuvor kurz nach Hamburg getroffen hatte! Die Welt ist doch klein . . .
Weiter ging es auf dem Weg im Regen. Dann teilte uns Maria mit, dass Helmut uns ein Stück entgegen gefahren sei und in Kürze warten würde.

Wir kamen um eine Ecke und da sah ich Helmut mit zwei Leuten sprechen. Ich winkte ihm zu und ging weiter, neugierig was das für Leute waren. Dann erkannte ich Gerard unseren holländischen Freund und war baff. Die zweite Person hatte noch den Regenschirm vor dem Gesicht, aber es konnte nur Orty seine liebe Frau sein! Und richtig, es war Orty. Was für eine Überraschung! Jetzt wurde auch klar, warum Helmut unbedingt mit dem Auto fahren wollte und warum er von mir die genaue Wanderroute gestern Abend wissen wollte. Nach unseren Umarmungen, bei denen ich Gerard sein Hemd mit meinem Regenwasser durchnässte, zog er eine Flasche Champagner aus der Tasche, in der auch zwei Gläser waren. Damit der Champagner aber nicht verwässert werden sollte, haben wir den Umtrunk auf unser Eintreffen in der JuHe verschoben. Es war noch gut eine Stunde zu gehen, bis wir sie erreicht haben würden. Es ging ab hier an einer vielbefahrenen Straße entlang und wir legten mindestens einen Fünfer Schnitt vor, nicht wegen dem Champagner, sondern um aus dem Regen und den nassen Schuhen/Strümpfen zu kommen).
Endlich waren wir dort, wurden nochmals von Orty, Gerard und Helmut begrüßt und konnten unser Zimmer beziehen (Stockbetten). Brigitte war gerade unter der Dusche, als es klopfte. Das war bestimmt einer unserer Freunde und wollte etwas abstimmen. Als ich die Tür öffnete fiel ich beinahe um! Da stand unser Sohn Stefan mit seinem Sohn und unserer künftigen Schwiegertochter! Brigitte musste meinen überraschten Ruf gehört haben und/oder das Weinen unseres Enkels, der natürlich durch meinen Ausruf erschrocken war. Das gibt’s doch nicht, waren die Vier (Hund Mali war auch dabei, aber im Auto) doch tatsächlich von Berlin hierher gefahren um uns zu begrüßen!!! Wow !
Was für ein Tag, was für eine Begrüßung. Jetzt kam auch noch unser Freund Kurt mit seiner Frau Hannelore und unser BVHK-Vorstandsmitglied Elisabeth mit ihrem Mann, um mit uns gemeinsam Essen zu gehen. Kurt hatte ein Restaurant ausgesucht, von welchem man einen Blick auf die Förde hat. Was für ein gelungener Abschluss. Alles im Hintergrund organisiert, alle wußten Bescheid, nur wir Beide nicht😍! Ihr seid so eine verschworene Bande 😀 aber wir lieben euch!
Tagesbericht von Reiner Gauß