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Der Pflegedienst in den Krankenhäusern ist in vielen Bereichen, z.B. auf den Kinderherz-Intensivstationen unzureichend besetzt. Der Personalmangel und die daraus resultierende, stets steigende Arbeitsbelastung des verbleibenden Pflegepersonals gefährden sowohl die Gesundheit der Beschäftigten, als auch die Qualität der Patientenversorgung. Das Pflegepersonal kann wegen der Arbeitsüberlastung wichtige Tätigkeiten der Patientenversorgung nicht oder nicht in der erforderlichen Qualität durchführen.

Internationale Studien zeigen, dass eine Unterbesetzung im Pflegedienst das Risiko für Schädigungen der Patienten durch sogenannte unerwünschte Ereignisse erhöht. Werden diese schweren Komplikationen aufgrund einer Überlastung des Pflegepersonals zu spät oder gar nicht erkannt, kann dies sogar zum Versterben im Krankenhaus führen. So ist eine bedarfsgerechte Pflege der Patienten nicht gewährleistet!

Die Patientenvertretung im G-BA begrüßt es, dass der Gesetzgeber das Problem aufgreift, das vor allem Folge eines jahrelangen Personalabbaus ist. Über den „Pflegenotstand in Krankenhäusern“ wird bereits seit Anfang der 1990er diskutiert. Dennoch wurden inzwischen mehrere Zehntausend Stellen abgebaut. Es fehlen laut ver.di schätzungsweise zwischen 70.000 bis 100.000 Vollzeitkräfte, das entspricht ca. 25 % bis über 30 % des gegenwärtigen Personalbestandes.

Der Gesetzgeber hat durch § 137i SGB V den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) beauftragt, bis spätestens zum 30. Juni 2018 eine vertragliche Vereinbarung von Pflegepersonaluntergrenzen zu treffen. Die Verhandlungen laufen seit Mitte 2017, die bisherigen Ergebnisse sind ausgesprochen unbefriedigend.

Wir setzen uns auch weiterhin für Verbesserungen und für noch mehr Qualität ein!