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Der Pflegenotstand betrifft auch Kinder, nicht nur kranke und ältere Menschen:
Betten auf Kinderintensivstationen müssen geschlossen werden, weil Kinderpflegekräfte fehlen. In der Kinderherzchirurgie müssen dringend notwendige Herzoperationen abgesagt bzw. um mehrere Monate verschoben werden. Solche dramatischen Fälle sind inzwischen tagtägliche Praxis. Nicht wenige Familien sind davon sogar mehrfach betroffen. 

Wir appellieren vor allem an die Krankenhäuser und Länderregierungen, den Pflegenotstand auf den Kinderintensivstationen anzupacken, um derzeit oft lebensbedrohliche Situationen abzustellen und das Leid der Kinder und deren Familien zu vermindern.  

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition!

Unsere Forderungen

 

Wir fordern den Petitionsausschuss des Bundestags und der jeweiligen Landesparlamente auf, gemeinsam mit den Krankenhäusern, folgende Forderungen kurzfristig die die Praxis umzusetzen:

Mehr Geld für die Kinderkrankenpflege, eine anstrengende, emotional belastende Arbeit mit hoher Verantwortung und notwendiger Erfahrung!

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sprechende Medizin kostet Zeit!
Zeit fehlt den Pflegenden an allen Ecken und Enden!

Stellen Sie sich vor: Sie bekommen ein Kind, das nach der Geburt direkt auf die Intensivstation gebracht wird, voller Kabel und Zugänge. Und niemand hat Zeit, sich damit zu befassen, den Eltern zu erklären, was genau da passiert:  https://www.bvhk.de/natalie-pflegenotstand/

Gutes Beispiel aus Niedersachsen: Pflegende auf der Kinderintensivstation Hannover erhalten Sonderzuwendungen aus Landesmitteln:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Gefaehrdet-Pflegenotstand-Leben-von-Kindern,pflegenotstand138.html

Erhalt und Erweiterung von Ausbildungsplätzen an Krankenpflegeschulen!

Wir brauchen niedrigschwelligere Zugangsvoraussetzungen für Lehrkräfte an Krankenpflegeschulen und Schulgeldfreiheit für alle Pflege-Auszubildenden. 

Internationale Studien zeigen, dass eine Unterbesetzung im Pflegedienst das Risiko für Schädigungen der Patienten durch sogenannte unerwünschte Ereignisse erhöht. Werden deswegen diese schweren Komplikationen zu spät oder gar nicht erkannt, kann dies sogar zum Versterben im Krankenhaus führen.“

Gutes Beispiel aus NRW: Lehrkräfte an Pflegeschulen: https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/koelner-stadt-anzeiger-in-nrw-fehlen-10-000-fachkraefte-in-gesundheitsberufen-minister-laumann-will-bachelor-absolventen-hauptamtlich-an-pflegeschulen-einsetzen-7028034

Wiedergewinnung bereits qualifizierter Kräfte durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (z.B. familienfreundliche Schichtpläne, krankenhaus-eigene Kitas)!

Bessere Bezahlung ist nicht alles, denn dem überlasteten Pflegepersonal droht Burn-out. Die „Flucht aus der Pflege“ führt zu noch mehr Belastung für die Verbleibenden, da die Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt werden muss. Leidtragende sind die kranken Kinder und ihre Pflegkräfte. 

Die Zustände in der Klinik verschlechtern sich zusehends. An einem Tag hatte eine Krankenschwester vier Kinder gleichzeitig auf Intensivstation zu versorgen.“ https://www.bvhk.de/wp-content/uploads/2018/12/OP-Verschiebungen.pdf


Gutes Beispiel aus Norddeutschland: Mit einem Kriseninterventionsprojekt werden Pflegende vor Burn-out und Berufsflucht bewahrt: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Medizinische-Hochschule-Hannover-Kriseninterventionsnetzwerk-fuer-Familien-kranker-Hilfe

Mutiger Gang an die Öffentlichkeit

Dr. Michael Sasse von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurde erst kürzlich von uns  für seinen mutigen Gang an die Öffentlichkeit zum Thema Pflegenotstand auf Kinderintensivstationen ausgezeichnet. Er appeliert dringend: hier etwas geschehen, damit nicht noch mehr Kinder sterben, weil zu wenig Betten zur Verfügung stehen. Seine Forderungen finden Sie im Video: 

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Presseberichte

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Warum ist die Petition so wichtig? Feedback

„Ich arbeite selbst auf einer Kinderintensivstation. Eltern vertrauen uns ihr Ein und Alles, ihr Herz, ihren Lebensinhalt, an. Es gibt so viele Tage an denen ich länger bleibe, um meine Arbeit zu schaffen und mit gutem Gefühl die Kinder zu verlassen. Zu Hause überlege ich, ob ich auch nichts vergessen und keinen Fehler gemacht habe. Wir müssen Kinder zu früh auf normale Stationen verlegen, damit wir schnell wieder einen Platz für den nächsten kleinen Patienten haben. Meist kommen wir nicht zum Essen. Nur noch schnell das zu Ende machen und dann trinke ich endlich mal etwas. Dann geht es weiter ohne Pause. Ich bin so müde vom ständigen Einspringen. Meine Familie ist enttäuscht, weil ich immer absage und mein Dienstplan so unbeständig ist. Mein Kind weint, weil ich wieder nicht zu Hause bin. Ich liebe meinen Beruf. Aber das soll ich noch 30 Jahre durchhalten? Es muss sich etwas ändern. JETZT!!!“

„Als Stationsleitung einer Kinderstation finde ich momentan kaum qualifiziertes Personal. Krankenschwestern müssen lange eingearbeitet werden, haben zum Teil Ängste.“

„Ich selbst bin Kinderkrankenschwester und möchte bald unter diesen Voraussetzungen nicht mehr arbeiten. Es war mein Traumberuf, das ist sehr traurig.“

„Ich arbeite selber auf einer Intensivstation und bin aktuell in Elternzeit, aber mir graut es schon davor, mit einer halben Stelle wiederkommen zu müssen. Zudem habe ich eine Fachweiterbildung für die Intensivmedizin und bis auf Mehrarbeit durch Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen sowie Schüler erhalte ich nichts für meine zusätzliche Qualifikation.“

„Ich bin selbst Oberarzt einer Kinderklinik, war jahrelang auf der Intensivstation tätig, hatte häufig das Problem, für Kinder, die eine spezialisierte Kinderintensivbehandlung benötigten, einen Platz zu finden. Wegen Überbelegung der Kliniken oder fehlender Transportkapazität ging so wertvolle Zeit verloren oder waren Verlegungen nicht möglich.“